Der Landrat und das O

Unser Landrat Scherer kümmert sich um die wirklich wichtigen Belange der Bürger in der Ortenau: Das Kfz-Kennzeichen.

Wir im Ortenaukreis fahren OG. Das will der Landrat ändern. Es geht darum die Marke „Ortenaukreis“ zu schärfen. Dazu gab es schon vielfältige Dinge, wie zum Beispiel, dass an den Kreisgrenzen inzwischen Schilder mit dem Wappen des Ortenaukreises zu finden sind. Dafür hatte der Landrat auch meine Unterstützung. Denn das Ziel, den Ortenaukreis bekannter zu machen, ist durchweg sinnvoll. Tourismus ist ja ein wichtiger Wirtschaftszweig in der Region.

Nun will man also an das Kennzeichen ran. Das O soll kommen. Weil OG steht ja nur für Offenburg, so die Begründung. Das ist auch teilweise richtig. OG ist das ehemalige Kennzeichen des Landkreises Offenburg. Dann kam die Kreisgebietsreform im jahr 1973. Die Landkreise Wolfach, Lahr und Teile des Landkreises Bühl und Kehl wurden mit dem Landkreis Offenburg zusammengefasst. Der Ortenaukreis war geboren. Seitdem fahren wir auch OG.

Wir werben also seit fast 40 Jahren mit unseren Autotouren für die Ortenau. Würden wir jetzt auf O umstellen, ist diese Werbung schonmal flöten gegangen. Aber es kommt ja noch schlimmer. Es soll ja nicht nur das O kommen, sondern auch die Kennzeichen KEL (Kehl), LR (Lahr), BH (Bühl) und WOL (Wolfach). Aus Nostalgie und Lokalpatriotismus. Dadurch wird sich also die Zahl der Fahrer des neuen Os (wenn es denn kommen wird) verringern. Das heißt es geht noch mehr Werbewirkung flöten, weil sich die Autokennzeichenlandschaft des Kreises in Klein-Klein zersplittert.

Wir stellen fest: Diese Reform ist Blödsinn und wird dem Ziel nicht gerecht. Das haben auch die Bürger erkannt, wie ich den Leserbriefen der Kehler Zeitung heute Morgen entnehmen durfte. Dort wurde der Vorstoß als „Witz“ abgetan und gefragt, ob der Landrat denn nicht ganz ausgelastet sei.

Für Dinge, wie mehr Transparenz im Landkreis, hat der Landrat übrigens keine Zeit.

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