Damit die Erinnerung nicht verblasst

Heute war ich in Kehl unterwegs und habe Stolpersteine geputzt. Ich hatte mir das schon das ganze Jahr über vorgenommen es am 9. November (Reichspogromnacht) zu tun. Denn gerade an diesem Tag fand ich es einen wichtigen Anlass dafür zu Sorgen, dass die Erinnerung wach bleibt. Heute ging ich also, bewaffnet mit einigen Lumpen und Metall-Politur, durch die Kehler Innenstadt.

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Die Kehler*innen begegneten mir überwiegend mit Desinteresse. Hin und wieder blieben Menschen stehen und guckten kurz. 2 Personen bedankten sich bei mir jedoch auch für diese Arbeit. Mit einer heutigen Bewohnerin eines Hauses führte ich ein Gespräch. Sie erzählte von der Verlegung des Steines und, dass sie auch regelmäßig reinigte, was ich gemerkt hatte, denn dieser Stein war sehr leicht zu reinigen. Ich finde es wirklich gut, wenn Leute selbst die Stolpersteine in ihrer Nähe regelmäßig reinigen und so quasi „betreuen“. Ansonsten wurde nur noch eine Polizeistreife auf mich aufmerksam, die sich verwundert zeigte, aber recht schnell sah, was ich tat und es gut heißte.

Hier noch eine Liste der Kehler Stolpersteine, mit ihrem Verlegejahr:
2011:
Vor dem CCK: Emil, Rosa und Julius Dreifuss, Sophie und Harry Bruchsaler
Vor der Falkenhausenschule: Lazarus Mannheimer (lehrte dort)
Vor dem Kino: Dr. Karl, Olga, Claus und Gert Rosenthal
Kinzigstraße 20: Lazarus und Regina Mannheimer
2012:
Hermann-Dietrich-Straße 10: Paul und Sophie Wertheimer
Hauptstraße 13: Pinkas, Laja, Arnold, Willy, Regina, Max, Josua und Freyda Schwarzkachel
Fußgängerüberweg im Mittelstreifen der B28: Simon, Hedwig, Ilse und Margot Weil
Ortenauplatz: Heinrich, Elsa, Martha und Ruth Bodenheimer
Großherzog-Friedrich-Straße 7: Siegfried, Meta und Ruth Kaufmann
Schulstraße 14: Berta Wertheimer
2013:
Großherzog-Friedrich-Straße 5: Otto, Selma, Margot und Fritz Rosenberg
Großherzog-Friedrich-Straße 9: Leopold, Melanie und Hans Wertheimer
Rheinstraße 26: Jakob und Klara Wertheimer
Schulstraße 23: Josef Wertheimer
Kasernenstraße: Emmy Marx

Den Stolperstein in der Kasernenstraße habe ich nicht gefunden. Für eine Meldung, wo er dort genau ist, wäre ich dankbar. Auch den Ortenauplatz habe ich nicht gefunden. Das ist wohl – anders als ich vermutet habe – der Platz hinter dem Bahnhof und nicht, wie ich dachte, der Platz an der Villa Schmidt.

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