Mehr Respekt vor Lebensmitteln gefordert

Norbert Hense, Bundestagskandidat der Piratenpartei im Wahlkreis Offenburg, hat am Samstag am Rande des Besuchs eines Biohofes in Hohberg mehr Respekt vor Lebensmitteln gefordert.

»Weil Lebensmittel quer durch Europa gekarrt werden, ist am Ende gar nicht mehr nachvollziehbar, woher diese ursprünglich stammen«, so Hense. Von den Lebensmittelskandalen, seien es nun falsch deklarierte Eier oder Fleisch, erhofft er sich ein Umdenken bei den Verbrauchern. »Wir müssen wegkommen vom von der Geiz-ist-geil-Mentalität und uns wieder mehr über Lebensmittel, ihre Herkunft und ihren Wert informieren.«

Dies könne man beim Landwirt im Ort oder bei den zahlreichen Biolandwirten in der Region sehr einfach tun. Hier gebe es viele Informationsveranstaltungen und Möglichkeiten, die Höfe zu besuchen.

Für Hense sind verunreinigte Lebensmittel eine Konsequenz und Reaktion auf den Preisdruck in den Läden: Die Verbraucher seien nicht bereit, für Lebensmittel angemessene Preise zu zahlen. »Solange wir an unserem Einkaufverhalten nichts ändern, wird es auch Lebensmittelskandale geben«, schließt Hense.

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  1. Katrin

    Gibt es nicht auch EU-Subventionen speziell für den Transport von Nahrungsmitteln über Ländergrenzen? Wenn ja, sehe ich das als Ansatzpunkt für die Politik, etwas gegen Lebensmittelskandale zu tun. Nicht, dass wir Kunden dann aus der Verantwortung entlassen würde.

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  2. Sven

    Hallo Herr Hense,

    ihre Forderung in allen Ehren, aber wenn ich mir so vorstelle, was die heutigen Menschen alles so fordern, was man können und wissen muss (um ein Gutmensch zu werden), das würde meine Gehirnkapazität bei weitem übersteigen.

    Die einen fordern, dass man mehr Fremdsprachen lernen muss, die anderen fordern, dass man sich genau mit der Lebensmittelherkunft beschäftigen muss, die anderen fordern, dass man sich mehr mit Naturwissenschaften beschäftigen muss, die anderen sagen, dass man mehr Sport treiben muss, die anderen fordern, dass man mehr Energie / Wasser sparen muss, die anderen fordern, dass man mehr über die Finanzwelt Bescheid wissen muss, die anderen fordern, dass man über die Deutsche Geschichte genauestens Bescheid wissen muss, die anderen fordern, dass man über xyz Bescheid wissen muss.

    Meine Frage: Was muss ich (was gilt als Pflicht), dass ich wissen muss? Ich bin jetzt 34 Jahre alt. Ich habe noch in etwa 40 Jahre zu leben. Was muss ich am Ende der 40 Jahre noch alles wissen, außer über die aufgezählten Dinge?

    Irgendwo möchte ich auch nicht alles wissen oder können.

    Ich lerne schon wie verrückt, Englisch, Spanisch und Französisch, treibe viel Sport (1x Woche Schwimmen und 2x Woche Badminton im Verein), kenne mich mit den Naturwissenschaften aus, koche mind 2 oder 3 mal in der Woche selber (ok ich gehe nicht auf den Wochenmarkt oder direkt zum Bauern, weil ich dann nämlich leider arbeiten muss -> würde ich nicht arbeiten gehen, hätte ich dafür auch noch Zeit – also muss ich sehr schämen).

    Ich habe auch kein Auto, fahre mit Bus und Bahn und erledige vieles auch zu Fuß und fliege allerhöchstens 1 mal im Jahr in den Urlaub. Und wenn ich mal nicht genau über die Lebensmittelproduktion Bescheid weiß, so empfinde ich das nicht als Manko.

    Und wenn das Fleisch im Supermarkt im Angebot ist und statt 4 Euro mal 1,50 Euro kostet, dann greife ich auch gerne darauf zu.

    Und ich verwende statt Windows seit vielen vielen Jahren immer Ubuntu, also Linux und verwende Opensource-Produkte.

    Ich informiere mich über alles mögliche zum Beispiel über unsere Energieversorgung, öffentlicher Personennahverkehr, zivile Luftfahrt, Weltraum, Historie meiner Heimatstadt, Geografie im Allgemeinen etc.., aber wenn es in Sachen Lebensmittel nicht reicht, so muss ich mich nicht schämen. Oder muss ich mich das doch?

    Kommentar des Autors: Gutmensch ist ein eher doofer Begriff. Ich mag ihn nicht. Ein guter Mensch zu sein, ist ja nichts Schlechtes.

    Natürlich fordern viele Leute, viele Dinge, wenn der Tag lang ist, aber vieles davon ist nicht falsch. Arbeiten wir mal ihre Liste durch:
    * Fremdsprachen: Die Welt wächst zusammen. Gerade Europa. Mehr Fremdsprachen zu beherrschen heißt, mit mehr Menschen kommunizieren zu können. Das ist ja nicht doof 😉 Klar, alle Fremdsprachen kann man nicht können, aber wenn man neben Englisch noch eine Weitere, zumindest ein Wenig beherrscht, wäre das doch toll 😉
    * Naturwissenschaften: In vielen Naturwissenschaften fehlen uns idealistische und wissbegierige Forscher und auch Fachkräfte für die Unternehmen. Naturwissenschaften werden in Schulen aber langweilig und als schwierig dargestellt. Das schreckt selbst Leute, die sie gut beherrschen, von einem Studium ab. Das ist ein Problem. So fehlen uns Leute, die Krankheiten etc. erforschen und Leute, die als Ingenieure in der Industrie tolle Dinge entwickeln, die unser Leben leichter machen und bereichern.
    * Sport: Sport ist gesund 😉 Und macht in der Regel Spaß. Man darf ja zwischen zig verschiedenen Sportarten wählen.
    * Energie/Wasser sparen: Damit tut man ja nicht nur etwas für die Umwelt, sondern auch ganz praktisch für seinen Geldbeutel. Niemand will doch sein Geld in Strom verdonnern, doch lieber im Kino oder für ein Feierabendbier investieren 😉
    * Finanzwelt: Verstehe ich auch nicht 😀
    * Geschichte: Geschichte zu verstehen, heißt das Heute zu verstehen. Warum leben wir hier, wo wir leben? Warum ist das politische System, so wie es ist? Was wurde schon ausprobiert und ist gescheitert (oder geglückt)?
    * Lebensmittelherkunft: Es geht nicht darum, dass man bei jedem Griff ins Regal ein schlechtes Gewissen haben muss. Das sollte auch nicht das Ziel von Politik sein. Aber ich halte es für wichtig, sich über Lebensmittel zu informieren. Regional und Saisonal einkaufen sorgt auch dafür, dass man mehr Frische und Qualität auf dem Teller hat. Meist auch zu einem günstigeren Preis.

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