Erste Podiumsdiskussion

Gestern morgen war ich ins Einstein Gymnasium Kehl eingeladen worden um bei einer Podiumsdiskussion dabei zu sein.

Anwesend waren (außer mir von den PIRATEN) Chrisian Dusch als Vertreter von Herrn Stächele (CDU), Tobias Erhardt (FDP), Fabien Vesper (ja DER Fabien Vesper) als Vertreter von Uwe Hengherr (SPD), Ludwig Kornmeier (GRÜNE) und Esther Bross (LINKE).

Nach einer Vorstellungsrunde bei der ich schon Sympathien aufgrund meines Zick-Zack-Kurses durch Schulsystem sammeln konnte, kam der erste Themenblock: Bildung. Obwohl ein PIRATEN-Kernthema war ich hier etwas schwach, weil es hauptsächlich um G8/G9 ging. Trotzdem konnte ich auch hier einige Statements abgeben.

Nach einer Fragerunde kam dann das Thema Stuttgart 21. Hier schaltete ich auch langsam auf Angriff. Beim Thema Bildung war ich schon zu brav. Als Herr Dusch die demokratische Legitimation des Projektes rechtfertigte „kommentierte“ ich das ganze mit einem Kopfschütteln und deutete mit der Hand ein „Blablabla“ an. Ich stellte klar, wie die Positionen der Parteien sind und erläuterte, dass wir als einzige Partei von Anfang an klar für den Volksentscheid waren. lange bevor die SPD wusste wie man das Wort schreibt. Das brachte mir nicht nur Lacher und Applaus im Publikum, sondern auch die Bemerkung von Herrn Dusch ein, das ich polemisch sei. Vor Allem auch deshalb, weil ich vorher die Schlichtung als Medieninszenierung eines alten Mannes der schon lange nicht mehr im Fernsehen war, bezeichnete. Daraufhin entgegnete ich ihm, dass ein Mitglied einer Partei, die Gegner eines Bahnprojektes als Berufsdemonstrante diskreditiert und PC-Spieler als Killerspieler geißelt mit dem Begriff Polemik vorsichtiger umgehen sollte. Die Schlichtung selbst war für Herrn Dusch natürlich ein Vorbild für Bürgerbeteiligung.

So ging das Thema Stuttgart 21 auch nahtlos über in den Themenblock Bürgerbeteiligung bei dem ich wiederum glänzen konnte, auch weil Herr Vesper von der SPD Bedenken an Volksentscheiden äußerte und Herr Dusch ihm zustimmte. Meine Bezeichung das BaWü ein Demokratie-Entwicklungsland sei, wurde vehement abgestritten.

Nach einer viertelstündiger Pause in der man auch mit den anderen Kandidaten gemütlich ins Gespräch kam (und ich einiges mit Herrn Vesper klären konnte), folgte der Block Umwelt. Hier ging es vornehmlich über Atomkraft. Deshalb konnte ich auch hier sehr gut die PIRATEN-Position vertreten und auch entsprechende Nadelstiche in Richtung Regierungsparteien senden, denn hier gibt es einiges zu kritisieren (Intransparenz der Verträge, Bürger wollen keine Atomkraft).

Zum Abschluss gab es noch kurz etwas zum Thema Integration und Sarrazin. Während hier die LINKE parallelen zu Nazis zog, stellte ich klar, dass ich Herrn Sarrazin für einen Rassisten halte, aber die Darstellung der LINKEN für überzogen halte.

Lacher bekam ich auch ungewollt, als unser Antrag zur Senkung des Wahlalters bei Kommunalwahlen auf 14 angesprochen wurde. Herr Erhardt nahm diesen völlig auseinander und ich stimmte ihm zu seiner Verwirrung zu und stellte klar, dass niemand zu 100% einem Wahlprogramm zustimmt, sondern, dass es immer Punkte gibt, die man selbst anders machen würde.

Insgesamt war es eine gute Podiumsdiskussion. Viel Lob von Schülern bekam ich gerade für meine lustigen und markigen Sprüche und Formulierungen, weil diese Politik wesentlicher unterhaltsamer und spaßiger machten, was auch mein Anspruch an Politik ist.

Im Nachhinein fiel mir ein, dass ich viele Dinge die ich hätte ansprechen können, gar nicht angesprochen habe. Das wurmt mich heute noch. dennoch ein gelungener Tag.

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