Gespräch mit Appenweiers Bürgermeister Tabor

Gestern war es so weit und ich hatte mein erstes Bürgermeistergespräch. Den Anfang (mal sehen wer noch folgt :)) machte Appenweiers Bürgermeister Manuel Tabor.

Ziel des Gespräch war es für mich die Städte und Gemeinden der Region kennenzulernen und zu erfahren wo es Stärken und Schwächen gibt.
Als Stärke stellte Tabor heraus, dass Appenweier ein Verkehrsdrehkreuz ist und durch die A5 und B3 gut angebunden ist. Auch der Schienenverkehr ist durch die Strecken Straßburg – Appenweier und Karlsruhe – Freiburg gut vertreten.
So konnte sich auch ein Wirtschaftsmix vor Ort ansiedeln. Verschiedenste Branchen sind in Appenweier vertreten, sodass auch die Wirtschaftskrise vergleichsweise gut weggesteckt wurde.

Was ich nicht wusste: Durch die Nähe zu Straßburg hat sich auch in Appenweier etwas Tourismus angesiedelt. Viele Straßburg-Besucher bleiben lieber auf deutscher Seite und fahren dann die wenige Kilometer per Zug oder Auto nach Straßburg rein. So sind auch die Gaststätten in Appenweier durchaus ausgelastet und gut besucht.

Unterstützung vom Land erhofft sich Tabor bei der Kinderbetreuung. Hier wird von den Gemeinden zu viel gefordert und zu wenig Geld zur Verfügung gestellt. Auch Sozialarbeiter würde er sich wünschen. Diese könnten, durch den Ortenaukreis verwaltet, auch mehrere Schulen betreuen.

Angesprochen auf die Gewerbesteuer spricht er sich sehr für einen Erhalt aus (Klar, als Bürgermeister ;)). Ich gehe mit der Forderung aber mit, weil ich mir durchaus vorstellen kann, dass diese Steuer einen Anreiz schaffen kann, gut mit den Haushaltsmitteln umzugehen. Je besser man haushaltet, desto günstiger kann die Gewerbesteuer sein, desto attraktiver ist man als Standort.

Die Stärke des Ortes gut an den Verkehr angebunden zu sein, ist gleichzeitig seine Schwäche. Die Ortsdurchfahrt ist sehr überlastet. Die Lärmentwicklung ist enorm. Hier wird gerade intensiv über eine sinnvolle Ausweichroute diskutiert. Er zeigte mir hier auch die Schwächen der Bürgerbetiligung, weil zu wenige an ganz Appenweier denken, sondern nur kurzsichtig an sich selbst nach dem Motto: „Hauptsache meine Straße ist ruhig.“ Den Bürgern traue ich aber zu, dass sie das mit der Gesamtsicht noch lernen können.

Thema des Gespräches war auch der Breitbandausbau. Appenweier und Urloffen seien gut angebunden, aber Nesselried ist teilweise unattraktiv, weil dort in manchen Gegenden kein Internetanschluss verfügbar ist. Hier ging er mit mir konform, dass man einen Internetanschluss genauso als Infrastrukturaufgabe sehen muss, wie Strom, Wasser, Abwasser (und wahlweise Gas).
Die Lösung sieht er darin, dass man die Internetanbieter verpflichtet, ähnlich wie schon bei Stromanbietern der Fall, einen Anschluss zu legen, egal ob sich das rechnet oder nicht.

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