{"id":38954,"date":"2015-09-22T15:01:03","date_gmt":"2015-09-22T13:01:03","guid":{"rendered":"http:\/\/norbert-hense.de\/?p=38954"},"modified":"2015-09-30T14:55:25","modified_gmt":"2015-09-30T12:55:25","slug":"besuch-der-tagesschau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/norbert-hense.de\/?p=38954","title":{"rendered":"Besuch der Tagesschau"},"content":{"rendered":"<p>Im Januar durchbrach die Tagesschau auf Twitter die 500.000 Follower*innen-Mauer und lud 3 ihrer Follower*innen nach Hamburg ein, um die Redaktion und <a href=\"http:\/\/blog.tagesschau.de\/2015\/01\/12\/500-000-follower-wir-wollen-sie-kennenlernen\/\">alles drum und dran kennenzulernen.<\/a><!--more--><\/p>\n<p>Ich bewarb mich mit folgender Mail (und schreibe sie hier, weil ich sie so herrlich absurd finde und mich noch immer wundere, dass die Redakteur*innen sagten: &#8222;Der muss bekloppt sein, den nehmen wir!&#8220;):<\/p>\n<blockquote><p>Liebe Tagesschau-Online-Redaktion,<br \/>\nliebes Twitter-Team,<\/p>\n<p>ich twittere seit Januar 2009, also seit 6 Jahren. Ich selbst (24 Jahre) komme aus Kehl, der deutschen Grenzstadt zu Stra\u00dfburg und studiere Politik und Geschichte in Freiburg.<\/p>\n<p>Einladen solltet ihr mich, weil ich mich immer f\u00fcr Neues und Neue Medien interessiert habe. Das m\u00fcndete in verschiedene Praktika in Lokalzeitungen und 2 Semestern Medien und Informationswesen.<\/p>\n<p>Gerne will ich wissen, wie Nachrichten in der wichtigsten Redaktion Deutschlands (Zumindest gucken euch einfach alle!*) erarbeitet werden und wie sich die Sprecherinnen und Sprecher auf die Sendung vorbereiten. Auch will ich wissen, wie man es schafft, nicht alles zehnmal zu posten, wenn doch jeder Zugriff auf den Twitter-Account hat. Und wie man mit den P\u00f6blern am entspanntesten umgeht.<\/p>\n<p>Bei Twitter hat mich dieses Mittendrinsein immer fasziniert. Die Informationen schneller haben, als viele Mitmenschen und Bilder direkt vom Geschehen aufs Smartphone &#8211; auch von der Tagesschau.<\/p>\n<p>Dass sich Twitter selbst mal so weit entwickelt, h\u00e4tte ich nie gedacht. Alles fing an mit Julia Kl\u00f6ckner und ihrem Ergebnis-Tweet aus der Bundesversammlung an und ging mit gr\u00fcnen Profilbilder und dem Standort &#8222;Teheran&#8220; weiter. 2010 spekulierten wir \u00fcber den Nachfolger von Horst K\u00f6hler, \u00e4rgerten uns \u00fcber die Vuvuzelas und machten uns \u00fcber diesen isl\u00e4ndischen Vulkan mit dem unausprechlichen Namen (Eyjakfal&#8230;? Ach egal!) lustig, bevor wir unseren Blick auf Chile richteten und die Rettung der Bergleute gebannt verfolgten. Wir wurden von Bergungl\u00fccksexperten sofort zu Atomexperten und werteten Fukushima aus und machten uns Gedanken, wer nach Wulff Bundesgr\u00fc\u00dfaugust werden sollte. Gleichzeitig blieben wir bis tief in die Nacht wach und wollten unbedingt als Erste wissen, ob es Obama nochmal packt. Mit dem #Aufschrei setzen wir zum ersten Mal ein Thema in den Medien selbst und lie\u00dfen uns von T\u00fcrken die Tweets zu den Gezi-Protesten \u00fcbersetzen. Was Snowden sagte, wussten wir eh schon immer. Zuletzt schauten wir gespannt in den Himmel und winkten Alexander Gerst, den wir nat\u00fcrlich auch berieten. Schlie\u00dflich wurden wir auch zu Raumfahrtexperten \u00fcber Nacht. Unsere Expertise zu Bergungl\u00fccken konnten wir bei der Riesending-Schachth\u00f6hle nochmals unter Beweis stellen. Sonntags sitzen wir alle zusammen und gucken den Tatort. Den aus Saarbr\u00fccken finden wir doof, den aus M\u00fcnster toll.<\/p>\n<p>Kurzum: Wir (ich nat\u00fcrlich auch) haben zu allem eine Meinung und L\u00f6sung, w\u00e4hren die Redakteure bei euch noch recherchieren. Wir sind also pr\u00e4destiniert euch kennenzulernen und Input zu liefern.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem war ich schon lange nicht mehr in Hamburg.<\/p>\n<p>Viele Gr\u00fc\u00dfe<br \/>\n@norberthense<\/p>\n<p>*Ich gucke die Nachrichten \u00f6fter im ZDF, als in der ARD. Ich hoffe ihr nehmt mir das nicht \u00dcbel<\/p><\/blockquote>\n<p>Was ein haneb\u00fcchener Krempel, oder? Wahnsinn \ud83d\ude00<\/p>\n<p>Die Redaktion fand es aber gut. Wie ich lernen durfte, wurden 30 Leute ausgew\u00e4hlt und die Redaktion hat Punkte vergeben. Dann blieben 3 \u00fcbrig. Mit mir durften L. (20) und M. (25) 2 weitere Twitterinnen nach Hamburg. F\u00fcr mich schon die erste \u00dcberraschung. Ich wusste nicht, dass die Redaktion gezielt junge Leute ausw\u00e4hlen wollte, fand aber, dass wir 3 uns gut erg\u00e4nzt haben, was den Input anging.<\/p>\n<p>F\u00fcr mich ging es mit dem Nachtzug nach Hamburg. Beim NDR angekommen traf ich auch schon auf Redaktuerin Anna-Mareike Krause. Als wir schlie\u00dflich alle beisammen waren und uns kurz vorstellten, ging es auch schon direkt los. Es stand die Teilnahme der Programmkonferenz auf dem Plan. Hier wird &#8222;die 12&#8220; geplant, aber auch schon geguckt, wie sich die Nachrichtenlage entwickelt und sich auf die zuk\u00fcnftigen Tagesschau-Sendungen auswirken wird. So kommen Beitr\u00e4ge \u00fcber den Tag hinzu und andere Nachrichten nehmen ab und fallen auch mal ganz aus den folgenden Sendungen heraus. Schlie\u00dflich gab es eine umfassende F\u00fchrung durch das Haus, die in einen Besuch der Regie m\u00fcndete. Mein Highlight! Ich habe schon viele Making of aus Redaktionen und filmen gesehen, aber das war gro\u00dfes Kino!<\/p>\n<p>Die Sprecherin Susanne Stichler kam aus der Maske, wurde verkabelt und steht 10-15 Minuten vorher im Studio und spricht schonmal alles, was so gesprochen wird. W\u00e4hrenddessen wird sie eingeleuchtet und die Kameras auf ihre K\u00f6rpergr\u00f6\u00dfe angepasst. Dann geht es los: 10, 9, 8,&#8230; <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/multimedia\/sendung\/ts-10103.html\">&#8222;Und drauf!&#8220;<\/a> W\u00e4hrend Frau Stichler die Nachrichten vom Prompter ablie\u00dft h\u00f6ren wir in der Redaktion, wie man die Einspieler etc. vorbereitet. Hinter uns ert\u00f6nt der Kollege, der die Schalten organisiert: &#8222;Frankfurt, h\u00f6rt ihr mich?&#8220; Frankfurt hat ihn schlie\u00dflich erh\u00f6ht und es geht an die B\u00f6rse nach Frankfurt. Auch eine weitere Schalte funktioniert reibungslos.<\/p>\n<p>Die Sendung ist gut gelaufen. Alles hat so geklappt, wie es klappen sollte. Dann \u00f6ffnet sich die T\u00fcr zur Regie und ein Mann sch\u00fcttelt uns die Hand und stellt sich vor: &#8222;Jan Hofer, hallo!&#8220; Er erz\u00e4hlte uns, wie es war als er begann. Auch, dass sich die Leute in Hamburg an ARD-Promis gew\u00f6hnt haben und dass er gerne nebenbei auch andere Shows macht als &#8222;willkommene Abwechslung&#8220;.<\/p>\n<p>L. wollte unbedingt ein Foto mit ihm. Als er weg war, erz\u00e4hlte sie auch warum: Ihre Lokalzeitung erf\u00fcllte immer Kindheitsw\u00fcnsche, die man nicht mit Geld kaufen kann. Sie w\u00fcnschte sich immer wieder ein Treffen mit dem Nachrichtensprecher. Leider wurde sie aber nie als gl\u00fcckliches Kind gelost. Nun war es endlich so weit! \ud83d\ude00<\/p>\n<p>Nach dem Mittagessen in der NDR-Kantine trafen wir uns im Gespr\u00e4ch mit Patrick Uhe. Er ist Projektleiter des Nachrichtenhauses. Hier brachte wir verschiedene Kritikpunkte an der Tagesschau an. Ich bem\u00e4ngelte die fehlende Interaktion auf Twitter und zu wenige Retweets von Kolleg*innen und den eigenen Lokalsendeanstalten. Au\u00dferdem w\u00fcrde ich gerne \u00f6fter Bild-Teaser w\u00fcnschen.<\/p>\n<p>Interessant war auch den kurze Einblick der Web Video Unit. Ein neues Projekt der ARD, das kurze Bewegtbild-Clips f\u00fcr Social Media-Kan\u00e4le erstellen soll. Bin gespannt, was da noch folgt \ud83d\ude42<\/p>\n<p>Zum Abschluss besuchten wir noch die Tagesthemen-Konferenz und tauschten uns am Ende des Tages aus. Wir 3 hatten eine ganze menge Spa\u00df und viel gelernt und hoffen nun, dass unsere Punkte Eingang in den Alltag der ARD finden und sind gespannt, wie diese Redaktion sie umsetzen wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Januar durchbrach die Tagesschau auf Twitter die 500.000 Follower*innen-Mauer und lud 3 ihrer Follower*innen&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":-1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-38954","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/norbert-hense.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/38954","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/norbert-hense.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/norbert-hense.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/norbert-hense.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/norbert-hense.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=38954"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/norbert-hense.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/38954\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":39927,"href":"https:\/\/norbert-hense.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/38954\/revisions\/39927"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/norbert-hense.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=38954"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/norbert-hense.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=38954"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/norbert-hense.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=38954"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}