Landesparteitag – ein Fazit

Am 4. Juni war unser Landesparteitag und er verlief sehr gut. Dennoch gibt es einige Punkte die ich beim nächsten Mal besser machen würde:

Deko:
Die Deko war nicht wirklich prickelnd. Die Fahnen waren zu wenig abgespannt, die 2x3m-Flaggen nicht gut genutzt. Auch die Fahnenmasten außerhalb haben wir verpennt, obwohl wir dafür geeignete Fahnen hatten (was ich aber auch erst beim LPT erfahren habe).
Neben der Leinwand war auch mehr Platz als ich dachte. Hier wären unsere Großplakate klasse gewesen.
Das Gläserne Mobil lief richtig mies. Aber dazu wurde auf der ML genug gesagt.
Infotische hätte man auch schicker machen können.

Technik:
Der hauseigene Techniker, als auch die Technik selbst, war nicht wirklich das Wahre. Der Techniker hatte zu wenig Ahnung von der Materie. Auch die Stromverteilung war nicht gut gelöst. Glücklicherweise war ein Freund von mir anwesend der Veranstaltungstechniker ist und eingriff. Sonst wäre der Ton nicht so schnell gelaufen.
Das würde ich beim nächsten Mal von einem Externen Anbieter machen lassen.

Catering:
Gewünscht waren nur Getränke. Aber die Preise waren nicht das Wahre. 1,20€ für eine Pfütze Cola ist einfach zu viel. Da habe ich mich nicht genug drangehängt.
Beim nächsten Mal sollte man vielleicht doch Mittagsessen vor Ort anbieten. Und hier dann auch auf die Preise schauen. Obwohl wir in der Stadt waren und es kleinere Pausen gab, konnte man sich nicht gut mit Essen versorgen.

Tagesordnung:
Was ich nicht gut fand, war das Grußworte vergessen wurde (ja, der BzV!) und es den Punkt Aussprache nicht gab.

Fazit:
Ich würde mich mit den oben genannten Verbesserungen auf jeden Fall nochmal auf einen LPT bewerben :).

Fazit Wahlkampf

Ich möchte hier mal ein Fazit vom Wahlkampf ziehen. Was lief gut und was lief schlecht?

Infostände

Wir haben zwahlreiche Infostände gemacht. Wirklich lohnen tuen diese sich aber nur in Offenburg, vielleicht noch in Kehl (abgesehen von verkaufsoffenen Sonntagen. Dann würden auch andere Städte interessant werden).
Dennoch muss man ja überall Präsenz zeigen. Nur wie? Mir fiel auf, dass andere Parteien das folgendermaßen handhaben: Supermärkte. Nur weiß ich nicht, ob und wieviel Geld die Händler wollen und ob das über Vitamin B ging. Dennoch eine effektivere Möglichkeit. Gerade für kleinere Orte. Morgens 3 Stunden vor dem Edeka stehen und der ganze Ort kennt einen ;). Zeitersparnis garantiert.

Plakate

Bei Plakaten kann man es schnell machen: Wir brauche mehr. Wir hatten etwas mehr als 100 Stück pro Wahlkreis (außer man griff selbst noch in die Tasche). Viel zu wenig. Klar, mehr war nicht drin, dennoch. Vor allem deshalb mehr um Schwund ersetzen zu können. Bei uns hieß es: Was weg ist, ist weg. Ein Nachplakatieren gab es nicht.

Flyer/Wahlprogramme

Auch hier: Wir brauchen mehr. Allerdings nur, wenn man die auch an Haustüren verteilt bekommt. Hier braucht es mehr Manpower. Vor allem aber Planungssicherheit. Wir hatten ursprünglich mit maximal 1000 Flyer pro Wahlkreis gerechnet. Und kurz vor der Wahl bekam ich unverhofft nochmals Post; 3000 Flyer. Die Zahlen müssen vorher feststehen. Hier sollte man individueller bestellen und erst den Bedarf vor Ort ermitteln.
Ähnlich verhält es sich bei den Wahlprogrammen. Pro Wahlkreis gab es 100 Stück. Für mich schon eigentlich viel zu viel (50 wären schon zu viel gewesen). Wenn dann paar Tage vor der Wahl nochmals 600 Stück kommen, dann strauchelt man. Aber ich habe sie losbekommen. Allerdings nur indem ich meine Füße geopfert habe (Stichwort: Blasen an den Füßen).

Kandidatenflyer/Kandidatenplakate

Hielt ich für wichtig. Da wo ich die verteilt habe, kannte man mich auch schon. Aber auch so: Man muss der Partei ein Gesicht geben. Schließlich wählen die Menschen ihre Abgeordneten. Und das sind Menschen (jaja, keine doofen Witze…). Hier war es nur einigen Kandidaten personell und finanziell möglich was zu machen.

Großplakate

Großplakate sind wichtig. Schließlich hat das jede große Partei. Wir hatten LKW-Planen aufgestellt, die bedruckt waren. Einerseits gut, weil sie wiederverwendbar sind. Andererseits Murks, weil es enormen Aufwand bedeutet diese aufzustellen. Wir hatten pro Wahlkreis eines, was auch nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist.
Gerne wieder, gerne mehr, aber ab sofort nur noch professionell mit Unternehmen. Ich stelle keine mehr selbst auf. Übrigens: Das in Offenburg ist kaputt. Wurde zerschnitten…

Firmen- und Ortsbesuche

Was wir gar nicht gemacht habe und auch ich nicht umsetzen konnte, waren Besuche bei Unternehmen oder bei gesellschaftlichen Gruppen. Sowas sollte in Zukunft dazu gehören.

Bürgermeisterbesuche

Ab sofort müssen die auch zum Pflichtprogramm gehören. Ich habe leider nur einen Termin geschafft. Aber der hatte sich gelohnt. Viel gelernt und konnte einige Themen an Beispielen der Gemeinde vertreten.

Amtsblätter

Amtsblätter sind oft, zumindest hier in der Region, Blätte in denen Termine in der Region zu finden sind. Sie gehen in der Regel an alle Haushalte. Dort hatte ich, zumindest für die Kehler Dörfer, meine Termine drin stehen. Kostenlos! Flyer kann man darüber auch verteilen. Meist sehr günstig und auffallend, da das Amtsblatt gelesen wird und nicht wie andere Prospekte gleich in den Müll wandert oder der kleine Parteiflyer im Getümmel der großen Unternehmen untergeht.

Litfaßsäulen

Könnte man mieten. Kostenpunkt weiß ich nicht. Sind aber auch gute Werbeträger. Auffallend und günstiger als Großplakate, mit fast der selben Wirkung.

Kino-/TV-/Radiowerbung

Außer die Kontingente bei den öffentlichen Anstalten gab es nur wenig mehr. Gut TV-Werbung macht auf landesebene wenig Sinn, Radio dagegen umso mehr. Zu einer Bundestagswahl muss TV-Werbung auf allen Kanälen laufen. Das machen auch nur große Parteien. Ähnliche Wirkung wie Großplakate: „Die gibt es ja wirklich und scheinen kein kleiner Zupfelhaufen.“

Wahlkampf geht weiter

Nachdem ich schon in Kehl und Oberkirch war, ging der Wahlkampf inzwischen munter weiter. Ich war in Renchen, beim „Kein-Stuttgart21“-Tag in Kehl und nochmals in Oberkirch. Heute war ich in Rheinau.

Renchen lief etwas dünn. Das liegt an der Größe des Marktes. Er ist sehr winzig. Dennoch konnten wir zeigen: Piraten gibt es und man kann uns wählen.

Das Gleiche gelang uns auch in Oberkirch. Der erste Stand lief nicht soo prickelnd. Der in dieser Woche war wesentlich besser. Ich hatte einige gute Gespräche. Viele Menschen vermissen Themenwahlkampf. Außer „Wir sind gut!“ (CDU & FDP) und „Wechsel!“ (Grüne, SPD, LINKE) passiert leider nicht viel im Wahlkampf. Das reicht den Menschen nicht.

Heute war ich dann in Rheinau. Auch hier einige interessante Gespräche. Außerdem konnte ich zwei Kugelschreiber für einen Apfel beim Obststand tauschen :o).

Der zwischenzeitliche „Kein-Stuttgart21“-Tag lief mittelmäßig, wobei man doch einige Leute erklären konnte, warum uns das hier mehr betrifft als man denkt (Stichwort Rheintalbahn).

Wahlkampfstart in Kehl und Oberkirch

Ich habe meinen Wahlkampf gestartet. Zunächst gab es einen Bürgerabend in Offenburg. Dort haben wir einige Gästen von unseren Zielen berichtet.

Dienstag ging es sofort weiter mit einen Infostand in Kehl. Es ergaben sich durchaus einige interessante und gute Gespräche. Aber es gab auch einige komische Dinge. So kam einmal ein Jude auf mich zu, zeigte auf den Marktplatz und sagte: „Dort stand die Synagoge. Dort haben sie meine Mutter umgebracht. Ich wähle keine Deutschen mehr.“ Das er mich für Taten, für die selbst meine Großeltern zu jung waren, in Sippenhaft nahm, erschrak mich so sehr, das ich darauf gar nichts sinnvolles erwiedern konnte.
Ein andernmal kam ein Rumäne auf mich zu und wollte wissen, ob sein Amtsgerichts Kehl-Urteilsspruch gut oder schlecht war. Ich übersetzte ihm in schlechtem Mischmasch aus Englisch, Französisch und Deutsch, dass er freigesprochen wurde :).

Kontrastprogramm waren gute Gespräche. Sehr gut in Erinnerung blieb ein Vater der verzweifelt versucht seine Kinder zum Wählen zu animieren. Ich hoffe das PIRATEN-Material hilft :).

Am heutige Donnerstag dann die nächste Station. Diesmal Oberkirch. Schwach frequentiert fror ich mir in Oberkirch, bei einem Infostand, den Arsch ab. Immerhin stand ich in Sichtweite der Hauptstraße, sodass die durchfahrenden Fahrzeuge mich durchaus ebenfalls wahrnehmen konnten.

Insgesamt bin ich mit dem Wahlkampfstart zufrieden :D.

Minister Stächele schlägt rhetorisch über die Stränge

Auf einer Wahlveranstaltung rief, laut der Zeitung SWP, Minister Stächele der Mitglieder der Jungen Union zu: „Ihr seid meine Talibane, ihr müsst kämpfen“. Norbert Hense, Landtagskandidat der Piratenpartei im Wahlkreis Kehl kritisiert dies heftigst: „Herr Stächele schießt hier verbal völlig über das Ziel hinaus. Bei der gesamten CDU-Führung gibt es zunehmend solche Aussetzer. Man denke an Ministerpräsident Mappus, der mit rassistischen Vorurteilen vor Özdemir warnt, die Landtagswahl zur „Schlacht“ ausrief und der Menschen mit dem „Fehdehandschuh“ niederknüppelt.“

Hense macht sich außerdem Sorgen um die politische Kultur im Land. Eine politische Auseinandersetzung darf seiner Meinung nach sehr wohl etwas Würze beinhalten, jedoch nicht von solchen Blackouts geprägt werden, wie sie in letzter Zeit auf Seiten der CDU immer öfter vorkommen.

2,1%. Kann man damit zufrieden sein?

Gestern war Wahl in Hamburg. Wir Piraten haben dort 2,1% erzielt. Überall wird gelobt. Das Ergebnis sei solide und wir würden uns langsam aber sicher und stetig festsetzen. Eigentlich ein Grund zu feiern, oder? Trotzdem bin ich nicht zufrieden. Warum?

Bitte nicht falsch verstehen: Die Hamburger haben einen tollen Wahlkampf hingelegt! Soweit ich informiert bin, haben sie über 2.000 Plakate (die sehr gut gestaltet waren!) aufgehängt. Sie haben über 60.000 Kaperbriefe verteilt und noch viel mehr unzählige Flyer und andere Give-Aways. Sie haben ihre Fragen auf Plattformen wie Abgeordnetenwatch solide und vorbildlich beantwortet.

Trotzdem ist das Ergebnis nicht zufriedenstellend. Warum? Nicht, weil wir zur Bundestagswahl 2,6% in Hamburg hatten und deshalb schon besser dastanden, sondern weil 2,1% kein Signal nach außen sind. Das ist ein Problem. Wir haben das Glück das viele uns zur Europawahl gewählt haben und noch viel mehr zur Bundestagswahl und viele uns deshalb auch noch mal zu ihrer Landtagswahl „ausprobieren“ werden. Wir bekommen also enorme Vorschusslobeeren. Aber wenn wir nicht deutlich mehr erreichen, wählen uns diese Leute nicht mehr und wir brechen ein, was ein Zurückkommen immer schwieriger macht.

Ich verlange gar nicht viel, aber 3% müssen bei zukünftigen Wahlen das Minimum sein. Ab da bekommt man überall einen eigenen Balken. Im Fernsehen und in Zeitungen. So können wir unsere Bekanntheit nochmal enorm steigern. Und die Bekanntheit ist ja schließlich unser Hauptproblem.

Das ist der simple Grund warum ich das Gerede über das jetztige Ergebnis als Schönrednerei empfinde. Nicht mehr, aber auch nicht weniger ;).

Gespräch mit Appenweiers Bürgermeister Tabor

Gestern war es so weit und ich hatte mein erstes Bürgermeistergespräch. Den Anfang (mal sehen wer noch folgt :)) machte Appenweiers Bürgermeister Manuel Tabor.

Ziel des Gespräch war es für mich die Städte und Gemeinden der Region kennenzulernen und zu erfahren wo es Stärken und Schwächen gibt.
Als Stärke stellte Tabor heraus, dass Appenweier ein Verkehrsdrehkreuz ist und durch die A5 und B3 gut angebunden ist. Auch der Schienenverkehr ist durch die Strecken Straßburg – Appenweier und Karlsruhe – Freiburg gut vertreten.
So konnte sich auch ein Wirtschaftsmix vor Ort ansiedeln. Verschiedenste Branchen sind in Appenweier vertreten, sodass auch die Wirtschaftskrise vergleichsweise gut weggesteckt wurde.

Was ich nicht wusste: Durch die Nähe zu Straßburg hat sich auch in Appenweier etwas Tourismus angesiedelt. Viele Straßburg-Besucher bleiben lieber auf deutscher Seite und fahren dann die wenige Kilometer per Zug oder Auto nach Straßburg rein. So sind auch die Gaststätten in Appenweier durchaus ausgelastet und gut besucht.

Unterstützung vom Land erhofft sich Tabor bei der Kinderbetreuung. Hier wird von den Gemeinden zu viel gefordert und zu wenig Geld zur Verfügung gestellt. Auch Sozialarbeiter würde er sich wünschen. Diese könnten, durch den Ortenaukreis verwaltet, auch mehrere Schulen betreuen.

Angesprochen auf die Gewerbesteuer spricht er sich sehr für einen Erhalt aus (Klar, als Bürgermeister ;)). Ich gehe mit der Forderung aber mit, weil ich mir durchaus vorstellen kann, dass diese Steuer einen Anreiz schaffen kann, gut mit den Haushaltsmitteln umzugehen. Je besser man haushaltet, desto günstiger kann die Gewerbesteuer sein, desto attraktiver ist man als Standort.

Die Stärke des Ortes gut an den Verkehr angebunden zu sein, ist gleichzeitig seine Schwäche. Die Ortsdurchfahrt ist sehr überlastet. Die Lärmentwicklung ist enorm. Hier wird gerade intensiv über eine sinnvolle Ausweichroute diskutiert. Er zeigte mir hier auch die Schwächen der Bürgerbetiligung, weil zu wenige an ganz Appenweier denken, sondern nur kurzsichtig an sich selbst nach dem Motto: „Hauptsache meine Straße ist ruhig.“ Den Bürgern traue ich aber zu, dass sie das mit der Gesamtsicht noch lernen können.

Thema des Gespräches war auch der Breitbandausbau. Appenweier und Urloffen seien gut angebunden, aber Nesselried ist teilweise unattraktiv, weil dort in manchen Gegenden kein Internetanschluss verfügbar ist. Hier ging er mit mir konform, dass man einen Internetanschluss genauso als Infrastrukturaufgabe sehen muss, wie Strom, Wasser, Abwasser (und wahlweise Gas).
Die Lösung sieht er darin, dass man die Internetanbieter verpflichtet, ähnlich wie schon bei Stromanbietern der Fall, einen Anschluss zu legen, egal ob sich das rechnet oder nicht.

Wahlzulassung erreicht!

Heut morgen war die Kreiswahlausschusssitzung. Hinter dem sperrigen Wort verbirgt sich nichts weiter als ein Ausschuss der über die Zulassung der Parteien zur Wahl entscheidet.

Neben mir wurde Willi Stächele (CDU), Uwe Hengherr (SPD), Ludwig Kornmeier (Grüne), Tobias Erhardt (FDP), Esther Broß (DIE LINKE), Andre Budzinski (REP) und Daniel Prions (NPD).
Es stehen also 8 Parteien auf dem Wahlzettel. 2006 waren es noch 10 Parteien.

Interessant ist, dass der Kandidat für die Republikaner aus Wehr kommt und der Kandidat der NPD aus Bretten. Beide also weit weg vom Wahlkreis Kehl.

Und jetzt freu ich mich auf einen richtig tollen Wahlkampf!

Erste Podiumsdiskussion

Gestern morgen war ich ins Einstein Gymnasium Kehl eingeladen worden um bei einer Podiumsdiskussion dabei zu sein.

Anwesend waren (außer mir von den PIRATEN) Chrisian Dusch als Vertreter von Herrn Stächele (CDU), Tobias Erhardt (FDP), Fabien Vesper (ja DER Fabien Vesper) als Vertreter von Uwe Hengherr (SPD), Ludwig Kornmeier (GRÜNE) und Esther Bross (LINKE).

Nach einer Vorstellungsrunde bei der ich schon Sympathien aufgrund meines Zick-Zack-Kurses durch Schulsystem sammeln konnte, kam der erste Themenblock: Bildung. Obwohl ein PIRATEN-Kernthema war ich hier etwas schwach, weil es hauptsächlich um G8/G9 ging. Trotzdem konnte ich auch hier einige Statements abgeben.

Nach einer Fragerunde kam dann das Thema Stuttgart 21. Hier schaltete ich auch langsam auf Angriff. Beim Thema Bildung war ich schon zu brav. Als Herr Dusch die demokratische Legitimation des Projektes rechtfertigte „kommentierte“ ich das ganze mit einem Kopfschütteln und deutete mit der Hand ein „Blablabla“ an. Ich stellte klar, wie die Positionen der Parteien sind und erläuterte, dass wir als einzige Partei von Anfang an klar für den Volksentscheid waren. lange bevor die SPD wusste wie man das Wort schreibt. Das brachte mir nicht nur Lacher und Applaus im Publikum, sondern auch die Bemerkung von Herrn Dusch ein, das ich polemisch sei. Vor Allem auch deshalb, weil ich vorher die Schlichtung als Medieninszenierung eines alten Mannes der schon lange nicht mehr im Fernsehen war, bezeichnete. Daraufhin entgegnete ich ihm, dass ein Mitglied einer Partei, die Gegner eines Bahnprojektes als Berufsdemonstrante diskreditiert und PC-Spieler als Killerspieler geißelt mit dem Begriff Polemik vorsichtiger umgehen sollte. Die Schlichtung selbst war für Herrn Dusch natürlich ein Vorbild für Bürgerbeteiligung.

So ging das Thema Stuttgart 21 auch nahtlos über in den Themenblock Bürgerbeteiligung bei dem ich wiederum glänzen konnte, auch weil Herr Vesper von der SPD Bedenken an Volksentscheiden äußerte und Herr Dusch ihm zustimmte. Meine Bezeichung das BaWü ein Demokratie-Entwicklungsland sei, wurde vehement abgestritten.

Nach einer viertelstündiger Pause in der man auch mit den anderen Kandidaten gemütlich ins Gespräch kam (und ich einiges mit Herrn Vesper klären konnte), folgte der Block Umwelt. Hier ging es vornehmlich über Atomkraft. Deshalb konnte ich auch hier sehr gut die PIRATEN-Position vertreten und auch entsprechende Nadelstiche in Richtung Regierungsparteien senden, denn hier gibt es einiges zu kritisieren (Intransparenz der Verträge, Bürger wollen keine Atomkraft).

Zum Abschluss gab es noch kurz etwas zum Thema Integration und Sarrazin. Während hier die LINKE parallelen zu Nazis zog, stellte ich klar, dass ich Herrn Sarrazin für einen Rassisten halte, aber die Darstellung der LINKEN für überzogen halte.

Lacher bekam ich auch ungewollt, als unser Antrag zur Senkung des Wahlalters bei Kommunalwahlen auf 14 angesprochen wurde. Herr Erhardt nahm diesen völlig auseinander und ich stimmte ihm zu seiner Verwirrung zu und stellte klar, dass niemand zu 100% einem Wahlprogramm zustimmt, sondern, dass es immer Punkte gibt, die man selbst anders machen würde.

Insgesamt war es eine gute Podiumsdiskussion. Viel Lob von Schülern bekam ich gerade für meine lustigen und markigen Sprüche und Formulierungen, weil diese Politik wesentlicher unterhaltsamer und spaßiger machten, was auch mein Anspruch an Politik ist.

Im Nachhinein fiel mir ein, dass ich viele Dinge die ich hätte ansprechen können, gar nicht angesprochen habe. Das wurmt mich heute noch. dennoch ein gelungener Tag.

Vorsitzender der Kehler SPD macht sich zum Affen

Kurz für die Leser, um die Sachlage in Kehl grob zu überblicken:

Die Tram aus Straßburg soll nach Kehl auf den Bahnhofsvorplatz fahren. Dafür soll eine weitere Brücke zwischen Straßburg und Kehl gebaut werden. Aufgrund städtebaulicher Maßnahmen entstehen in Rheinufernähe in Straßburg neue Wohngebiete. Diese wären mit dieser Tramlinie direkter an Kehl angeschlossen. Somit ist Kehl für diese Menschen zum Einkaufen (noch) attraktiver.
Die Buslinie zwischen Straßburg und Kehl wird die nächsten Jahre auf jeden Fall wegfallen.
Wir haben mit der OSB bereits eine Anbindung an Straßburg. Sie fährt von Kehl aus die Haltenstellen „Krimmeri-Meinau“ und den Straßburger Hauptbahnhof an. An der Haltestelle „Krimmeri-Meinau“ kann man bequem zur Tramlinie umsteigen. Soweit ich weiß, kann man das auch beim Straßburger Hauptbahnhof „Gare Central“.

Ich bin Skeptiker (Nicht Kritiker oder Gegner) des Projektes, da ich mir noch unsicher bin, ob diese Ausgaben sein müssen, da eben genügend Anschlussstellen verfügbar sind. Lediglich die Taktraten der OSB nach Straßburg sind ungenügend und müssten ausgebaut werden. Aber dann wäre meiner Meinung nach der Anbindung an Straßburg genüge getan.

Mehr als diesen letzten Abschnitt habe ich auch nicht auf die Facebook-Gruppe der Jusos „Trommeln für die Tram“ gepostet. Ich wollte damit lediglich eine Diskussion in Gang bringen. Warum denn auch nicht? Ich habe schon auf vielen Kampagnen meine Meinung kund getan und es wurde diskutiert. Es funktioniert. Auch laden die Jusos einer Pressemeldung zufolge auch ein dazu mitzumachen.

Mein kleiner kritischer Beitrag wurde dennoch gelöscht. Dazu habe ich auf der Webseite der Kehler SPD das Kontaktformular genutzt und Herrn Vesper gefragt, warum denn meine Zeilen gelöscht wurden. Ich erhielt folgende Antwort:

die Facebook-Seite „Trommeln für die Tram“ ist – wie sie selbst sagen – eine Plattform für die Befürworter der Tram, initiiert von den Kehler Jusos. Damit wir uns verstehen: Wir werden nicht zulassen, dass diese Plattform, für die sich junge Menschen in ihrer Freizeit engagieren, für etwas anderes als ihre Zielsetzung und für ihren persönlichen Landtagswahlkampf missbraucht wird.

Wenn man also als Kehler Bürger (und als solcher habe ich meinen Beitrag verfasst) die Jusos fragt, ob die OSB denn nicht ausreiche, ist das also ein „persönlicher Landtagswahlkampf“. Interessant. Vor allem, wenn sich die Stadtratsfraktionen einig sind, dass man dieses Thema gemeinsam mit den Bürgern erarbeitet werden soll um ein Kehler Stuttgart 21 zu verhindern.

Weiter schreibt Herr Vesper:

Wenn Sie Ihre Meinung öffentlich kundtun wollen, dann stellen Sie ein eigenes Projekt auf die Beine. Herr Hense – Sie sind der Landtagskandidat einer gegnerischen Partei! Dass Sie keinen Anspruch auf die Teilhabe an der internen Willensbildung der Jusos haben ist eine Frage des gesunden Menschenverstands!

Ich möchte gar kein eigenes Projekt auf die Beine stellen. Warum auch? Es müsste ja ein Gegen-Projekt sein, aber ich bin ja nichtmal ein erbitteter Gegner.
Der Beitrag zielte nie auf die interne Willensbildung der Jusos. Es spricht allerdings nicht für sie, wenn sie sich von diesem kleinen Beitrag in ihren Grundfesten (Wir sind für die Tram) erschüttern lassen.

Weiter im Text:

Nach den schlimmen Erfahrung die in Deutschland gemacht wurden, gehört es zu den ungeschriebenen Regeln des Anstands unter konkurrierenden Demokraten, dass man die Veranstaltungen des politischen Gegners nur dann besucht, wenn man ausdrücklich
eingeladen ist.

Ein Post in einer Facebook-Gruppe ist also ein Besuch einer SPD-Veranstaltung. Entschuldigung, dass ich soweit nicht abstrahieren konnte.
OK, ich gebe es zu, Sie möchten hier auf meinen Besuch der Aufstellungsversammlung von Herrn Hengherr (Landtagskandidat der SPD im Wahlkreis Kehl) anspielen. Warum Sie diese Themen vermischen ist mir ein Rätsel, aber nun gut:
Ja ich war da und habe außerhalb des Raumes Ihre zur akkreditierung anwesenden Mitglieder gefragt, ob ich die Veranstaltung als Gast besuchen darf. Man sagte mir, dass Gäste zugelassen seien, also betrat ich den Saal. Obwohl ich pünktlich (der Termin stand ja auf Ihrer Webseite) kam, war Frau Drobinski-Weiß (SPD-MdB Wahlkreis Offenburg) schon mitten in ihrer Begrüßungsrede und fühlte sich durch mich gestört. Sie sagte, es sei keine öffentliche Veranstaltung und bat mich, den Saal zu verlassen. Also ging ich und fragte mich, warum man es Ihren Mitgliedern am Eingang nicht gesagt hatte.

Übrigens: Bei den Aufstellungsversammlungen der Grünen als auch der Linken war ich anwesend und habe ebenfalls gefragt, ob ich bleiben dürfte. Man sagte mir zu und hat sich nett unterhalten. Aber sicherlich sind beide Parteien keine Demokraten.
Auch beim FDP-S21-Stammtisch war ich als Gegner des Projektes dennoch willkommen und man unterhielt sich auch hier nett miteinander. Diese Unterhaltung war übrigens auch auf dem FDP-Landesparteitag möglich. Oh Wunder! Aber auch die FDP ist wohl keine demokratische Partei.

Ehrlich gesagt fühle ich mich durch Ihr Verhalten zunehmend bedroht – bitte hören Sie auf mir Nachrichten zu schreiben, hören Sie auf unsere Veranstaltungen zu besuchen und lassen Sie unsere Jusos in Ruhe.

Es tut mir Leid, wenn Sie sich durch mich bedroht fühlen, aber seien Sie versichert, dass ich sehr harmlos bin. Das mit den Veranstaltungen haben wir ja geklärt. Werde in Zukunft beim „übern Tellerrand schauen“ die SPD aussparen. Scheinbar sind Sie nicht erwachsen genug um mit politisch anders Gesinnten klar zu kommen. Schade.
Ich habe Ihnen genau eine Nachricht geschrieben. Sie enthielt nur die Frage, warum mein Beitrag gelöscht wurde. Sie stellen es hier so dar, als würde ich Sie zuschütten mit Nachrichten. Das ist ja offensichtlich nicht der Fall, also machen Sie sich bitte nicht lächerlich.
Mit Ihren Jusos kam ich nie in den Kontakt. Schade eigentlich. Vielleicht sind die ja gescheiter und erwachsener als SPD-Ortsvorsitzende. Ich werde es leider nie erfahren.