Warum ich mit der AfD auf Podien sitzen werde

Meine Position zu Podiumsdiskussionen mit der AfD war lange Zeit klar: Man sollte nicht teilnehmen und diese Partei dadurch nicht aufwerten. Man sollte sie ignorieren und deutlich zeigen, dass sie keine normale weitere Partei ist, über deren Themen man sich streiten könne, sondern, dass sie eine faschistische Partei ist, die gegen alles kämpft, für das wir Grüne stehen: Freiheit, Demokratie und Pluralität.

Ich war jedoch nicht immer konsequent, was Podienteilnahmen mit der AfD betraf. Als Bundesvorstandsmitglied der Jungen Piraten beteiligte ich mich mal bei einem Podium in Freiburg, bei dem die AfD auch einen Vertreter schickte. Wir hatten damals eine große Diskussion, ob wir teilnehmen und entschieden uns nach zähem Ringen doch dafür, da wir die Chancen für uns als Verband auch groß sahen, uns zu präsentieren.

Auch als Sprecher der GJ Ortenau war ich bereits in Offenburg mal bei einer Podiumsdiskussion zu der auch Taras Maygutiak, AfD-Stadtrat in Offenburg, geladen war. Auch hier gab es viel Diskussion vorher, ob wir uns als GJ beteiligen. Die Ortenauer Gruppe entschied sich dafür.

Dennoch wollte ich das zu Ausnahmen der Regeln machen, wenngleich das nicht immer leicht viel. Auch als Grüne und vor allem Grüne Jugend müssen wir uns aktiv präsentieren, damit wir auch immer junge Leute in unsere Reihen haben, die nachrücken. Wenn wir, gerade bei Podien in Schulen, fehlen, verschwinden wir auch auf dem Radar junger Menschen.

Inzwischen glaube ich, dass wir aber wirklich aktiv auf diese Podien müssen. Die AfD bekommt weiter zulauf. Trotz ihres Programmes, trotz der Äußerungen ihres Personals. Von Enttarnen kann dabei aber nur teilweise die Rede sein. Ich befürchte, dass viele Menschen die AfD gerade wegen deren Äußerungen wählen, oder so viel Protestpotential aufgestaut haben, dass ihnen schrille Töne herzlich egal sind. Dennoch müssen wir Demokraten jetzt in die Abteilung „Attacke!“ übergehen und die AfD inhaltlich weiter angreifen und deutlich machen, dass die AfD keine Werte vertritt, für die es sich zu kämpfen lohnt und keine Positionen hat, über die wir dringend mal sprechen sollten.

Wir sollten uns an Podien mit der AfD beteiligen, um deren verfälschte Zahlen und Panikmache sowie Hetze zurechtzurücken und Paroli zu bieten und immer weiter zu zeigen, wie gefährlich diese Partei für den gesellschaftlichen Zusammenhalt ist. Abwarten wird die AfD leider nicht bekämpfen. Das müssen wir schon selbst tun.

Zuletzt möchte ich aber deutlich machen, dass ich jede Person gut verstehen kann, die mit einem AfD-Mitglied nicht gesehen werden möchte und sich deshalb nicht an solche Veranstaltungen mit der AfD beteiligt.

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  1. Gerda Linte

    Halt Deine verdammte Fresse Du scheinheiliger Moralapostel und Heuchler. Leiste Du erst mal was im Leben Du Schmarozer bevor Du die arbeiteten Menschen beleidigst.
    Du lebst von unseren Steuergeldern du elender Absahner.

    Kommentar des Autors: Was habe ich Ihnen getan? Im Übrigen zahle ich täglich Steuern und habe Einkommen. Nun?

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  2. Frustrierter Nichtwähler

    Die AfD ist eine extremistische Partei, ganz klar Authoritär, Anti Demokratisch und potentiell Gewalt fördernd.

    Dennoch müsst ihr aber auch sehen, das die AfD vor allem deshalb so populär ist da der wachsende Teil der Bevölkerung der die unkontrollierte Asylpolitik nicht unterstützt politisch heimatlos ist. Kenne viele Leute die die AfD nicht aus Überzeugung sondern nur aus Protest gegen Merkels Asyl Politik wählen.

    Macht realistische Asylpolitik und die AfD wird von ganz von alleine wieder im braunen Sumpf in der Bedeutungslosigkeit versinken.

    Kommentar des Autors: Was ist aber die Lösung? Auf den Kurs der AfD einschwenken und die Grenzen schließen und Menschen in Not abweisen? Ich denke schon, dass wir realistische Asylpolitik machen und die Aufgaben nach und nach und überlegt, statt gehetzt und impulsiv, angehen.

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  3. Guanala Tenake

    Sehr gut begründete und nachvollziehbare Entscheidung!
    Ich finde es auch vorbildlich, wenn ein Politiker mal selbstkritisch sagt, dass er nicht immer konsequent ist. Die Rahmenbedingungen verändern sich täglich. Da muss man manchmal auch seine Meinung anpassen. Weiter so und nicht einschüchtern lassen!

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